Gesellschaft für außergewöhnliche Ideen

Eine recht seltsame Rezension des Galilei Syndroms bei amazon:

1 von 5 SternenUnterdrückte Erfindungen, 21. August 1999

 

Rezensentin/Rezensent: Rezensentin/Rezensent aus Aachen,NRW

Das Buch beschreibt die Misslage zwischen den bereits heute in der Schublade liegenden Lösungen für alltägliche Probleme und der Industrie, die oft genug nur dran interessiert ist, bereits eingeführte Produkte des Gewinns wegen beizubehalten. Doch was als Buchthema sehr interessant daherkommt, enttäuscht jedoch in der Umsetzung dieses Werkes von Armin Witt. Es sind nur wenige Erfinder und ihre Entdeckungen beschrieben, so das sich ein richtiger Überblick nicht gebildet werden kann. Zum weiteren ist die Erklärung, worum es überhaupt im Einzelnen geht, in keinster Weise geglückt. In verschiedenen Kapiteln kommt einem der Verdacht hoch, der Autor selbst habe die Funktionsweise der Erfindungen, wie zum Beispiel Stromerzeugung aus dem Nichts, nicht verstanden. Überdeckt wird dieses durch unnötige Erklärungen über physikalische Grundlagen, die mehr aus Behauptungen bestehen, als aus sachlicher Beschreibung. Dazu kommt die Aufforderung des Autors, der Leser 'müsse dieses Kapitel nun sehr aufmerksam lesen', womit dem Verständnis trotzdem nicht gedient ist. Als Leser gewinnt man den Eindruck, dass es sich eigentlich gar nicht um die Einführung neuer Erleichterungen und Verbesserungen bestehender Produkte handelt, sondern vielmehr wird ein Gefecht mit unsichtbaren Gegnern ausgetragen, an dem sich der Leser gefälligst zu beteiligen habe. Zum weiteren wird nicht auf die Problematik eingegangen, dass auch der Entwickler sich um Umsetzung zu bemühen hat, und falls notwendig selbst zur Vermarktung zu greifen. Insgesamt ist von dem Werk abzuraten
(Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)



An einer Reaktion, geschweige denn an einer Richtigstellung
zeigt sich amazon nicht interessiert:

Lesen ist Glückssache

Erstaunlich, was der anonyme Rezensent aus Aachen ins „Das Galilei Syndrom – Über unterdrückte Erfindungen und Entdeckungen“ von Armin Witt hineininterpretiert. Ist es Boshaftigkeit, oder nur die weit verbreitete Technikfeindlichkeit gewisser religiöser wie akademischer Erfüllungsgehilfen?

Dieser anonyme Rezensent disqualifiziert sich als Leser wie auch als Schreiber vollends mit der ebenso hölzernen wie gewagten Formulierung: „In verschiednen Kapiteln kommt einem der Verdacht hoch, der Autor selbst habe die Funktionsweise der Erfindungen, wie zum Beispiel Stromerzeugung aus dem Nichts, nicht verstanden.“

Stromerzeugung aus dem Nichts? – Wer soll das verstehen? Und wie soll das funktionieren? Von Ehefrauen wissen wir seit Mark Twain, dass sie aus dem Nichts einen Hut, einen Salat oder einen Ehekrach zaubern können. Doch Strom aus den Nichts bleibt auch ihnen ein frommer Wunsch.

Auch die Redaktion und Geschäftsführung von amazon scheint nicht ganz bei Trost zu sein, wenn sie sich seit Jahren derartigen Unsinn ihres Rezensenten unkommentiert und unkommentierbar zu eigen macht.

Ich beschreibe stattdessen im einleitenden Kapitel in groben Zügen die Entwicklungsgeschichte unserer Naturwissenschaften und Technik an zahllosen und leicht nachvollziehbaren Beispielen seit Gutenberg über Robert Meyer bis Rudolf Diesel bis in die Gegenwart. Diese Entwicklungsgeschichte der Technik und Naturwissenschaften ist gespickt mit Ignoranz, wie sie auch  in der amazon-Rezension sehr bezeichnend zum Ausdruck kommt.

In weiteren Kapiteln stelle ich sechs Erfinder und Entdecker der Gegenwart vor und dokumentiere, von wem sie wie, wann, wo und warum malträtiert werden. Hierbei geht es um den deutschen Brückenbau, den Motorenbau, die Elektrosicherheit und den Elektrosmog der Stromerzeuger. Im anschließenden Kapitel über Nikola Tesla („Der Dichter der Elektrizität“) und Robert Groll („Energie im Überfluss“) setze ich mich sachlich mit dem auseinander, was als Verschwörungstheorien über angeblich „Freie Energie“ in die Welt gesetzt wird – und dem der/die anonyme Rezensent/in aufgesessen ist und zu dümmlichen Fabulierung wie „Stromerzeugung aus dem Nicht“ verführt hat. 

Die aktualisierte Neuauflage des Galilei Syndroms“ ist weiterhin in Vorbereitung. 

Armin Witt


Zur Kenntnisnahme:

Gefälschte Kundenrezensionen


Bonn, 07.02.2008

Nachdem Spiegel-Online, die FAZ und jüngst Telepolis schon von fingierten Kundenrezensionen bei Amazon berichtet hatten, meldet sich nun erstmals ein betroffener Verlag zu Wort. Auf seiner Website warnt der IT-Fachverlag Galileo Press Käufer von Computerbüchern davor, allzu unkritisch die Kundenrezensionen bei Amazon zu Rate zu ziehen. Der Verlag behauptet, dass der Produktbereich Computerbuch schon seit Jahren von einer Flut gefälschter Kundenrezensionen überzogen wird. Nach Meinung des Verlages stehe Amazon in der Pflicht, endlich sein Kundendialogsystem wirksam vor Missbrauch zu schützen.

Nach Schätzung von Galileo Press wurden seit 2004 an die 1.000 gefälschte Rezensionen zu Computerbüchern und -Videolernkursen bei Amazon eingestellt. Eine Analyse dieser Pseudo-Rezensionen ließen den Verlag zu dem Schluss kommen, dass es sich um eine regelrechte Desinformations-Kampagne handelt, deren Urheber vermutlich ein einzelnes Autorenpaar ist. Laut Galileo Press hat Amazon diesen Verdacht insofern bestätigt, als die Bücher dieses Autorengespanns mittlerweile aus dem Amazon-Sortiment gestrichen wurden.

Gleichwohl scheint die Kampagne weiterzugehen. Doch während früher, so der Verlag, durch Negativ-Rezensionen einzelne Bücher schlechtgemacht wurden, tauchen in letzter Zeit massiv Pseudolob-Rezensionen auf. Auf Verlegerseite vermutet man, dass durch diese offensichtlich gefälschten Lobrezensionen echte Leserstimmen gezielt unglaubwürdig gemacht werden sollen - wenn nicht gar das ganze Amazon-Rezensionssystem. Außerdem bringen sie die IT-Verlage und deren Autoren in den Verdacht, als vermeintliche Nutznießer des Leserlobs deren Urheber zu sein.

Diese aktuelle Entwicklung veranlasst Galileo Press nun, an die Öffentlichkeit zu gehen. Mit seiner Warnung vor Pseudo-Kundenfeedback bei Amazon will der Verlag nicht nur von sich selbst und seinen Autoren weiteren Schaden abwenden. "Uns geht es auch um den Ruf der IT-Verlagsbranche und darum, das Amazon-Rezensionssystem vor seiner Zerstörung durch Missbrauch zu bewahren", so Galileo-Verlagsleiter Tomas Wehren. Die IT-Verlage stünden schon lange miteinander in Kontakt, um Amazon zu geeigneten Gegenmaßnahmen zu bewegen. Fast täglich kommunizierten die Verlage mit dem Amazon Customer Service, um offensichtlich gefälschte Rezensionen zu reklamieren und um deren Löschung zu bitten. Nicht nur die negativen, auch die Lobrezensionen zu eigenen Produkten. Amazon habe mittlerweile auch Art und Ausmaß des Problems erkannt und bemühe sich redlich, das Rezensionssystem wieder zu säubern.

Der Kern des Problems, so Wehren, sei aber die leichte Missbräuchlichkeit des Leserstimmen-Tools. "Jeder Berufene und Unberufene kann mehr oder weniger ungehindert bei Amazon veröffentlichen, was er will, ohne sich irgendwie ausweisen oder verantworten zu müssen. Das erleichtert natürlich das Entstehen von attraktivem kostenlosem Content. Es erleichtert aber auch den Missbrauch." Es bedarf einer grundsätzlichen Lösung, so weiß sich Wehren mit seinen Verlegerkollegen einig, und diese Lösung könnte so aussehen, dass ein Veröffentlichungsrecht nur solche Kunden erhalten, die bei Amazon ein gültiges Kundenkonto haben.

E-Mail: arminwitt@t-online.de

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